|
Schwalenberger Brauzunft e.V. Zur Pflege der Brautradition von 1661
|
|||
|
|
Das Brauen
Eines der wichtigsten Kriterien für das Brauen ist das Brauwasser, denn es entscheidet über die spätere Qualität des Bieres. Mit weichem Wasser werden Pils Biere gebraut, mit hartem Wasser Export Biere. Eine Besonderheit für uns ist es natürlich, dass wir unser Bier mit heimischem Wasser brauen. Wichtig ist auch die Braugerste, denn sie bestimmt den Wert des Bieres. Die Brauer nennen sie auch die Seele des Bieres. Vor dem Brauvorgang wird das Gerstenmalz geschrotet. Den daraus gelösten Malzzucker wandelt später die Bierhefe in Alkohol um. Für unseren Brauvorgang wird das Brauwasser auf ca. 60 Grad erhitzt. Dann wird das Malzschrot in das Wasser gegeben und gründlich vermischt. Bei diesem Arbeitsschritt, den man auch das Maischen nennt, lösen die Enzyme die Inhaltsstoffe vollständig aus dem Malz und wandeln die wasserunlösliche Stärke zu löslichem Zucker um. Anschließend wird der Sud unter Einhaltung bestimmter Zeiten und Temperaturen, den so genannten Rasten, stufenweise erhitzt. Nach der letzten Rast wird kontrolliert, ob der Sud verzuckert ist, d.h., ob die vorhandene Stärke zu vergärbarem Zucker abgebaut worden ist. Man entnimmt eine Probe aus der Maische und gibt ein paar Tropfen Jod dazu. Da das Jod die Stärke schwarz färbt, lässt es sich leicht feststellen, ob sie vollständig abgebaut worden ist. Anschließend wird der Sud in den Läuterbottich abgelassen. Die festen Bestandteile sinken auf den Siebboden in dem Behälter ab, das ist der so genannte Treber. Er bildet eine natürliche Filterschicht, durch welche die darüber stehende Maische abfließt. Mit einem aus Wasser erhitzten Aufguss, der langsam der ablaufenden Maische zugeführt wird, werden sämtliche Bestandteile aus dem Treber gespült. Bei diesem Vorgang, den man das Abläutern nennt, entsteht das erste Zwischenprodukt im Brauvorgang, die so genannte Vorderwürze.
Nach dem Abläutern wird die Würze ca. 90 Minuten gekocht und konzentriert sich zur Stammwürze, die je nach Biersorte unterschiedlich stark ist. Während des Kochvorganges wird der Vorderwürze in verschiedenen Gaben der Hopfen zugegeben, er wird auch die Würze des Bieres genannt. Er enthält Aromaöle und ätherische Ölkomponenten. Sie verleihen dem Bier den typischen Geschmack und wirken beruhigend und appetitanregend. Außerdem macht der Hopfen das Bier haltbar und stabilisiert den Schaum. Wir verwenden bei unseren Brauvorgängen Aroma – und Bitterhopfen in Form von Pellets. Nachdem der Kochvorgang abgeschlossen ist, wird die Würze abgekühlt und in ein Gärgefäß umgefüllt. Mit einer Bierspindel wird nun die Stammwürze gemessen und die Würze eingestellt. Zum Abschluss des Brauvorgangs wird der Würze die Hefe zugegeben. Bei der anschließenden Gärung im Gärbehälter wird der Malzzucker der Würze in Alkohol umgewandelt. Je nach Bierart dauert die so genannte Hauptgärung bis zu acht Tagen. Das so entstehende Jungbier wird erst durch die Reifung in geschlossenen Lagertanks zum trinkfertigen Bier. Wir benötigen für einen Braudurchgang etwa acht Stunden. Jeder Brauvorgang wird in einem Brauprotokoll genau schriftlich festgehalten, um auch später die einzelnen Vorgänge nachvollziehen zu können. Unsere Biere werden nach Rezepten gebraut, die wir selbst zusammengestellt haben. Zum Abschluss bleibt nur zu sagen : Bierbrauen bereitet sehr viel Spaß, aber richtig lustig ist das Ganze erst in einer großen Gemeinschaft !
|
||
|
|
|||
| Brauertage |
|||
|
Für Fragen |
|||